Lieken als erste deutsche Großbäckerei mit SBTi-validierten Klimazielen
Lieken setzt wissenschaftlich geprüfte Emissionsziele
Lutherstadt Wittenberg, 20. Mai 2026 – Lieken hat einen wichtigen Meilenstein im Klimaschutz erreicht: Als erste deutsche Großbäckerei wurden die Klimaziele des Unternehmens offiziell von der Science Based Targets initiative (SBTi) geprüft und validiert. Damit übernimmt Lieken eine Vorreiterrolle innerhalb der Branche.
Lieken hat sich zu konkreten, messbaren Klimazielen verpflichtet. Bis 2032 sollen die Emissionen aus Scope 1 und 2 um 50,4 % reduziert werden (Basisjahr 2022). Für Scope 3, auf den mehr als 90 % der Gesamtemissionen des Unternehmens entfallen, wurden differenzierte Ziele festgelegt: Bis 2035 sollen die Treibhausgas-Emissionen aus dem besonders emissionsintensiven FLAG-Bereich (Forest, Land and Agriculture) um 45,5 %, die aus dem non-FLAG-Bereich um 37,5 % sinken (jeweils Basisjahr 2023).
„Diese Ziele sind kein Wunschdenken, sondern basieren auf wissenschaftlichen Vorgaben“, betont Andreas Hohlt, Leiter Nachhaltigkeit bei Lieken. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigen wir damit, dass Klimaschutz für uns eine hohe Priorität hat. Er wird zunehmend auch vom Handel eingefordert.“
Herausforderungen auf dem Weg zur Erreichung der SBTi-Ziele
Die Umsetzung der ambitionierten Ziele ist mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Eine zentrale Aufgabe besteht in der Transformation der Energieversorgung in der Produktion: Dort soll das derzeit vor allem für die Backöfen eingesetzte Erdgas künftig durch klimafreundlichere Alternativen ersetzt werden. „Die Umstellung auf erneuerbare Energieträger wie Biomasse, Wasserstoff oder elektrische Wärmelösungen erfordert nicht nur erhebliche Investitionen in neue Technologien, sondern auch eine entsprechende Infrastruktur, die bislang nicht flächendeckend verfügbar ist“, erklärt Hohlt. „Für einen Industriebäcker mit eng aufeinander abgestimmten Produktionsprozessen und hohem Energiebedarf ist die Transformation darum technisch wie wirtschaftlich besonders anspruchsvoll.“
Besonders komplex ist der Bereich Scope 3.1 – also die Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen, insbesondere aus landwirtschaftlichen Rohstoffen. „Hier können wir als Unternehmen nicht allein agieren“, so Hohlt. „Mehr als 90 % unserer Gesamtemissionen entstehen vorgelagert – vom Weizenanbau über die Mehlproduktion bis hin zu Verpackungsmaterialien. Die Erreichung unserer Klimaziele setzt daher eine enge Zusammenarbeit mit Landwirten, Lieferanten und Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette voraus.“ Hier setzt Lieken auf langfristige Kooperationen. Gemeinsam mit Lieferanten und Landwirten treibt das Unternehmen das Projekt „Dünger mit reduziertem CO2e-Fußabdruck im Weizenanbau“ voran. Darüber hinaus steht Lieken in engem Austausch mit Partnern, um Produktionsprozesse entlang der gesamten Lieferkette emissionsärmer zu gestalten.
Wissenschaftlich fundiert und international anerkannt
Die SBTi ist eine international anerkannte Organisation, die Klimaziele von Unternehmen auf ihre wissenschaftliche Fundierung prüft und bewertet, ob geplante Maßnahmen geeignet sind, die globale Erderwärmung wirksam zu begrenzen. „Dass wir die erste deutsche Großbäckerei mit wissenschaftlich geprüften Emissionszielen sind, macht uns sehr stolz“, sagt Hohlt. „Gleichzeitig wissen wir, dass die eigentliche Arbeit erst beginnt. Die Transformation unserer Produktion und Lieferketten ist anspruchsvoll – aber notwendig, wenn Klimaschutz in der Lebensmittelwirtschaft wirksam werden soll.“
Gemeinsam mit Landwirten und Partnern arbeitet Lieken an der Reduktion von Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Weizenanbau bis hin zur Produktion. (Bild: Lieken GmbH)