Kontakt

Sie haben Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik ?Sagen Sie es uns! Möchten Sie bei uns arbeiten oder sich bei uns als Lieferant bewerben, dann finden Sie hier alle Informationen zum Bewerbungsprozess.

Lieken GmbH
Dessauer Straße 126
06886 Lutherstadt Wittenberg


Impressum
Direkt zum Seiteninhalt springen Lieken

Lieken treibt emissionsärmeren Weizenanbau weiter voran

Scope 3-Pilotprojekt mit Partnern geht in die dritte Anbausaison

Lutherstadt Wittenberg, 8. Juni 2026 – Nach der offiziellen Validierung der Klimaziele durch die Sciene Based Targets initiative (SBTi) startet Lieken in die konsequente Umsetzungsphase. Insbesondere im emissionsintensiven Scope 3 setzt das Unternehmen sein erfolgreiches Pilotprojekt „Dünger mit reduziertem CO2e-Fußabdruck im Weizenanbau“ fort.

Düngemittel verursachen einen wesentlichen Anteil des CO2e-Fußabdrucks von Weizen und damit auch von Backwaren. Zurzeit werden gemeinsam mit sechs Partnerlandwirten auf mehr als 300 Hektar rund 2.500 Tonnen Projektweizen angebaut – genug für über 33 Millionen Brötchen. Das Projekt wurde 2024 gemeinsam mit SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH, AGRAVIS Ost GmbH & Co. KG, VERAVIS GmbH, Roland Mills Ost GmbH & Co. KG und Landwirten aus Mitteldeutschland gestartet. Es zeigt, dass Klimaschutz entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette praktisch umsetzbar ist.

CO2e-Emissionen im Weizenanbau um über 30 % gesenkt

Der zentrale Ansatz des Projekts ist der Einsatz von Stickstoffdüngern, die mit zertifiziertem Biomethan hergestellt werden. Im Vergleich zu erdgasbasierten Düngemitteln lassen sich die CO2e-Emissionen in der Düngemittelproduktion um bis zu 90 % reduzieren. Zusätzlich verringern Nitrifikationsinhibitoren in ausgewählten Düngern die Lachgasemissionen auf dem Feld um 40 bis 60 %. 2025 konnte der Product Carbon Footprint des Projektweizens gegenüber dem Referenzszenario mit konventionellem Dünger um über 30 % reduziert werden (1). Dies trägt erheblich zur Reduzierung des CO2e-Fußabdrucks der daraus hergestellten Endprodukte bei – auch wenn die Einsparung durch weitere Verarbeitungsschritte anteilig geringer ausfällt.

Landwirt und Projektpartner Felix Krobitzsch: „Weniger Überfahrten, mehr Effizienz"

Einer der Partnerlandwirte ist Felix Krobitzsch, Geschäftsführer der Wachauer Agrar- und Transport GmbH im Südosten von Leipzig. Der vielseitige Betrieb bewirtschaftet insgesamt rund 1.500 Hektar Ackerland – darunter 100 Hektar Ökolandbau. Er betreibt eine eigene Biogasanlage, hält 30 Bisons am Markkleeberger See und verfügt zudem über einen kleinen Weinberg. Krobitzsch baut auf vier Schlägen insgesamt rund 100 Hektar der Projektweizensorten KWS ESPINUM und I.G. Patras an. 

„Normalerweise düngen wir Weizen in drei Gaben. Mit ALZON® alpha neo-N von SKW Piesteritz reicht teilweise eine einzige Überfahrt. Bei guten Bedingungen ist der Stickstoff von Anfang bis Ende verfügbar“, erklärt Krobitzsch. Das spart Diesel, Zeit und schont den Boden. Trotz nur einer Düngergabe statt drei erreichte der Projektweizen im vergangenen Jahr Erträge von gut 90 Dezitonnen pro Hektar mit Proteingehalten von mehr als 13 % (2). Perspektivisch soll der CO2e-Fußabdruck weiter optimiert werden, unter anderem, indem Gärreste mit Direktverschlauchung einen Teil des mineralischen Düngers ersetzen.

Faire Vergütung als Voraussetzung für Skalierung

„Solange Projekte wie dieses fair vergütet werden, ist die Bereitschaft mitzumachen groß", betont Krobitzsch. Die zusätzliche Prämie von 70 bis 90 Euro pro Hektar macht den Mehraufwand für die Partnerlandwirte wirtschaftlich tragbar – gerade in Zeiten, in denen die Weizenpreise teils deutlich unter 200 Euro pro Tonne liegen, während Diesel- und Düngerkosten hoch bleiben. Die Prämien für Landwirte sowie weitere projektbedingte Mehrkosten – etwa für die verifizierte Berechnung der CO2e-Einsparungen – trägt derzeit Lieken. Um solche Ansätze langfristig zu skalieren, müssen die entstehenden Mehrkosten entlang der Lieferkette mitgetragen werden. Dafür braucht es starke Partner und Konsumenten, die nachhaltigere Produktionsweisen bewusst unterstützen.

(1) „Cradle to Gate“; Berechnung durch GreenVis-Tool (VERAVIS), verifiziert nach ISO 14067
(2) Sorten 2025: I.G. Patras und Syngenta Euclide

Felix Krobitzsch und Markus Bockholt begleiten das Scope-3-Projekt von Lieken, bei dem durch emissionsärmere Düngemittel und optimierte Anbaumethoden der CO2e-Fußabdruck im Weizenanbau gesenkt werden soll. (Bild: Lieken GmbH)